
Von Hybriden spricht man, wenn Samen von Pflanzen stammen, deren Eltern nicht der selben Sorte oder Art zugehören. Die Nachkommen solcher Hybriden sind oft infertil. Sind sie fertil, bilden sie also wieder Samen aus, so lässt sich mit ihnen nicht das gleiche Resultat erreichen, welches Ergebnis der gewollten Hybridisierung war. Die Nachkommen mendeln. Der Bauer oder Gartenbesitzer kann also keine gleichartigen, gewünschten Pflanzen mit der Aussaat auf solche Weise gewonnenen Samens erzielen, sondern muss jedes Jahr neue Samen kaufen, was dem Saatguthersteller nur recht sein kann.
Dahinter steht nicht immer ein böser Wille. In der Tat kann man vor allem mittels des Heterosiseffekts wahre Frucht bzw. Blütenwunder erzielen. Diese sind auf andere Weise kaum zu erzielen und der Gartenbesitzer freut sich. Nehmen wir als Beispiel Petunien. Vor allem die Größe der Blüten übersteigt die Größe der Blüten der Urform um ein Vielfaches. Und das wollen wir doch, weithin sichtbare, auffallende Blüten.
Anders ist es bei Hybridpflanzen, die vegetativ vermehrt werden können. Nehmen wir als Beispiel die Kartoffel. Haben wir eine zufrieden stellende Sorte erzielt, so vermehren wir sie nicht generativ sondern vegetativ. D.h, wir säen nicht Samen der Sorte aus, sondern nehmen Pflanzenteile. Bei der Kartoffel die Kartoffel, bei einer Obstsorte ein Reis, welches wir pfropfen, bei Erdbeeren nehmen wir die Ausläufer, bei der Rose Stecklinge, die wir bewurzeln oder Augen, die wir okulieren, bei der Ritterspornsorte teilen wir die Pflanze usw. Dabei entstehen Tochterpflanzen mit allen Merkmalen der Sorte, Klone.
Die Praxis der Hybridisierung wird schon seit Jahrzehnten angewandt, weit bevor man an Gen-Manipulation überhaupt gedacht hat. Das ist an sich nichts Schlimmes; oft eher das Gegenteil. Erzielen wir dadurch doch ertragreichere und schönere Pflanzen. Übel wird die Geschichte erst, wenn Saatgutfirmen bewusst darauf hinarbeiten, den Effekt ohne weitere Boni rein aus Gründen des Gewinns und der Alleinstellung anwenden und so als Ziel eine Monopolstellung erreichen, wozu die neuerdings übliche Patentierung gehört, was letztendlich zur Weltherrschaft führt. Kriege sind da mit verglichen lustiges Geschepper.
Es ist also nicht die Zuchtmethode an sich, die uns in Angst und Schrecken versetzt, sondern der Umgang damit, wie er von MONSANTO u.a. gepflogen wird. (Die Sache Gen-Manipulation in Verbindung mit Glyphosat/Roundup lasse ich hier unbehandelt.)