Archiv fü 06. Juli 2010
Werner Schmalenbach, ist im Alter von 89 Jahren gestorben
Dienstag, 06. Juli 2010Der Gründungsdirektor der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Werner Schmalenbach, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Mit Professor Schmalenbach sei einer der angesehensten Kunst- und Museumsexperten in Deutschland den Folgen einer längeren Krankheit erlegen, teilte die Kunstsammlung mit. Der aus Göttingen stammende Schmalenbach hatte die Kunstsammlung in Düsseldorf mit ihren Bildern vor allem der Klassischen Moderne oder auch der US-Pop-Art zu einer der international führenden Gemäldekollektionen gemacht.
Nicht nur Düsseldorf hat Werner Schmalenbach sehr viel zu verdanken. Wir werden mit Freude an ihn denken.
So eben
Dienstag, 06. Juli 2010Löwenmaul
Dienstag, 06. Juli 2010Antirrhinum majus – Plantaginaceae
Die Heimat des Löwenmauls ist der Mittelmeerraum. Es ist jedoch seit dem 15. Jahrhundert in Kultur und jetzt weltweit eine gern gesehene Zierpflanze. Das Löwenmaul ist ausdauernd, wird aber bei uns fast nur als einjährige Pflanze begriffen. Lässt man es wachsen, dann verholzen die Stängel mit den Jahren. So können die Löwenmäuler zu kleinen Büschen heranwachsen. Wer wie das Löwenmaul über mehrere Jahrhunderte kultiviert wird, von dem gibt es nicht mehr zu zählende Sorten und Varietäten. Das ist an sich ein Feld für Sammler. Bei dem Löwenmaul sind mir allerdings keine Sammler bekannt geworden. Doch das kann noch werden. Wenn also weltweit wildfremde Leute in Bauerngärten auftauchen und mit der Blumenliesel gleich welchen Alters flirten und man sie in Fugen, Beeten und an des Gartens Hecken herumschnüffeln sieht, dann könnte es sich um eine Horde von Vertretern einer neuen Sammlergilde handeln, die sich selbst dann vielleicht Antirrhiner nennen; mit dem ‚h’ hinter dem zweiten ‚r’.
Orakel
Dienstag, 06. Juli 2010Ringelblume
Dienstag, 06. Juli 2010Calendula officinalis – Asteraceae
Calendula, so scheint es mir, erlebt in den letzten Jahren ein besonderes Ansehen als Bestandteil von Salben und Tinkturen. Die (getrockneten) Blütenblätter werden zudem als schmückende Beigabe in allen möglichen Zusammenhängen benutzt, schlimmsten Falls zur Streckung des teuren Safrans. Bei so viel Nachfrage wundert es nicht, dass die Ringelblume vor allem in Deutschland und Holland großflächig angebaut wird.
Die pharmazeutische Anwendung scheint sich mir unmittelbar an die von Aberglauben durchzogenen Bedeutungen anzuschließen, die ich hier kommentarlos von wikipedia übernehme: Es ist die Blume, die man klassischerweise für die Frage Er liebt mich, er liebt mich nicht verwendet. Das Abpflücken der Blumen soll allerdings Gewitter heraufbeschwören.
Die Ringelblume soll sich auch zur Liebesweissagung im Traum verwenden lassen: Sie wird gemeinsam mit Sommerkräutern getrocknet, gemahlen und mit Honig und Essig zu einer Salbe verarbeitet. Junge Frauen trugen die Salbe auf, bevor sie zu Bett gingen und riefen den Heiligen Lukas an, sie von ihrer großen Liebe träumen zu lassen.
Bei Bauern stand die Ringelblume in hohem Ansehen, weil sich mit ihrer Hilfe das Tageswetter voraussagen ließ. Waren die Blüten zwischen 6 und 7 Uhr bereits geöffnet, so versprach dies einen schönen sonnigen Tag. Waren sie jedoch nach 7 Uhr noch geschlossen, so musste mit Regen gerechnet werden.
Die Blüte überzeugt durch ihre Einfachheit. Sie kann Kindern als Anregung für Blumenbilder dienen und könnte Andy Warhol als Bildanregung gedient haben können.
Lückenfüller
Dienstag, 06. Juli 2010Unter einem anderen Winkel betrachtet
Dienstag, 06. Juli 2010Fußball
Dienstag, 06. Juli 2010Gut dass die einen Ball haben. Man stelle sich vor, die träten sich nur gegenseitig. Wo bliebe da die Taktik des Mannschaftsspiels?
Graue Kästen
Dienstag, 06. Juli 2010Neustart
Dienstag, 06. Juli 2010Merkel scheint ein Produkt von Microsoft zu sein. Alle paar Minuten ein Neustart
von robvegas geklaut
Oh, die Merkel
Dienstag, 06. Juli 2010Raucher – Nichtraucher
Dienstag, 06. Juli 2010Wenn ich auf einem Fahrrad sitze, werde ich ‚Fahrradfahrer’ genannt, sitze ich am Steuer eines Autos, bin ich augenscheinlich ein ‚Autofahrer’, gehe ich zu Fuß, nennt man mich einen ‚Fußgänger’, rauche ich nicht, könnte ich ein Nichtraucher sein, rauche ich, dann bin ich einer dieser dreckigen, dummen, sich selbst schadenden und Anderen nach dem Leben trachtenden, verbrecherischen Raucher. Dabei war Rauchen, Tabak Rauchen einmal das Privileg der gehobenen Schichten.
Immer wieder wurde versucht, das Rauchen einzuschränken. Zar Michail Romanov konnte dank seiner Machtfülle sogar ein striktes Rauchverbot aussprechen und zuwider Handelnde mit Verbannung und Hinrichtung bestrafen. Militanten Vertretern der Nichtraucherfraktion wird das gefallen. Doch es hat nichts genützt. Der Anteil der ‚Autofahrer’ unter den ‚Nichtrauchern’ liegt sehr hoch. Den wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schaden, den sie dadurch, dass sie die Luft solchermaßen verpesten und das Atmen selbst für Raucher riskant machen, wird einfach mal nicht wahrgenommen.
Dann aber entdeckte der Staat die Tabaksteuer und in Deutschland wurden (werden?) die Tabakbauern subventioniert, was einer klaren Logik folgt. Die Subventionen machen nur einen Bruchteil der damit erzielten Tabaksteuer aus.
Jedes Verbrennen kohlenstoffhaltiger Substanzen ist hochgradig schädlich. Das geht bis hin zu bedrohlichen Klimaänderungen, der sog. Erderwärmung. Mich wundert, dass der Staat nicht längst die Grillsteuer eingeführt hat, zumal dort nicht nur in hohem Maße gesundheitsschädliche Stoffe entstehen und frei gesetzt werden sondern es auch weitflächig zu einer Geruchsbelästigung kommt.
Die kämpferische Nichtraucherfraktion, der man zugute halten muss, dass sie sich gegen etwas einsetzt, was zweifelsfrei gesundheitsschädigend ist, feiert aktuell Triumphe, haben sich doch die Bayern – so die Lesart – zu 61% gegen das Rauchen in Kneipen, Restaurants und Gaststätten ausgesprochen. In Wirklichkeit ist das wie so oft ein wenig anders. 61% derjenigen, die zur Wahl gegangen sind, haben sich gegen das Rauchen ausgesprochen. Lediglich 38% der Wahlberechtigten sind aber zur Wahl gegangen. Dass in solchen Fällen der Anteil der kämpferischen Wähler höher ist, ist allgemein bekannt. Der Anteil der Bayern, die sich gegen das Rauchen ausgesprochen haben, beträgt somit etwa 23%. Das heißt nicht, dass 77% der Bayern sich für das Rauchen aussprechen. Doch den Meisten ist das wurscht. Die wollen auch weiter Autofahren und Grillen, im Winter am Kamin sitzen und sich vormachen, mit Holzpellets zu heizen, sei umweltfreundlich und Strom aus Mais zu erzeugen auch.
Das Ganze ist so verlogen, dass es stinkt. Aber gewaltig. Es ist zu einfach, mit dem Finger auf den Anderen zu zeigen. Wer sich dazu noch rechthaberisch brüstet, gehört der nicht eigentlich in die Klapse? Die ‚Gesellschaft’ ist da eher tolerant. Selbst Bayern sind es.
Ach ja. So nebenbei bemerkt: Gesundheitsreform nennt sich ein Vorgang, bei dem es einzig um eine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge geht und nicht etwa um ein sich Beschäftigen mit den Ursachen sich mehrender Erkrankungen. Da ist dann doch die Grenze des Tolerierbaren erreicht, nicht wahr? Die Wahl der Worte hat Bedeutung. Unser Bewusstsein ist eine Funktion der Beschreibung der Welt unabhängig davon, ob ich nun gerade Radfahrer, Fußgänger, Autofahrer oder PCB-Konsument ‚bin’.







