Bläulinge

Als ich umgeben von wilden Pflanzen auf der Brache stand, flatterte ein Pärchen Bläulinge auf mich zu. Der eine eher grau, der andere strahlend blau. Dann blieben sie bei mir – in Brusthöhe nah an meinem terrakottafarbenen Hemd und tanzen und tanzten durch die Luft. Es war sinnlos zu versuchen, das Spiel zu fotografieren. Einfach nur stehen bleiben und zuschauen, was sich da kurz unter meiner Nase abspielte.
Anders als im Fernsehen, ohne dramaturgisch unterlegte Musik. Lautlos. Tatsächlich lautlos. Immer wieder das Aufblitzen des strahlenden Blaus im gleißenden Sonnenlicht. Umeinander tanzende Schmetterlinge. Drei Minuten und tausende von Flügelschlägen mag es gedauert haben, dann waren sie verschwunden.
Mein terrakottafarbenes Hemd wird mich immer wieder daran erinnern.