Der Sinn des Lebens
Damit sich der deutsche Handwerker nicht so langweilt und sich aus lauter Muße die Sinnfrage stellt, soll er möglichst lange beschäftigt werden. So meint die Deutsche Bundesbank und fordert ein Renteneintrittsalter von 68,5. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Senior, ist er Dachdecker, wegen Überalterung vom Dach fällt und sein Leben aushaucht, der Gärtner aus Versehen das Fläschchen Insektizid statt den Kurzen runterkippt, der Schreiner in das sausende Band der Säge gerät und so seinem Leben ein abruptes Ende bereitet, steigt exponentiell.
Und doch liegt der Zeitpunks eines natürlichen, durch Verschleiß geförderten Todes noch weit entfernt von dem, was seinerzeit der olle Bismarck vorfand. Als er die Rente ab dem 65. Lebensjahr zahlen ließ, konnte er sicher sein, dass der Rentenempfänger schon tot war oder aber nur noch wenige Jahre zu leben hatte. Um diesen für die Rentenarithmetik sinnvollen Zustand heute und in Zukunft zu erhalten, sollte ein dynamisches Rentenalter nach Maß der aktuellen, statistischen Lebenserwartung eingeführt werden. Altersschranken von 70,9; 75,4; 80,7, der Betrag hinter dem Komma dient der Feinabstimmung, Jahren sind da ein silberner Streif am Horizont.