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Blatt einer Ahornblättrigen Platane

Donnerstag, 06. November 2008

Platanus x hybrida – Platanaceae

Mit der wissenschaftlichen Bezeichnung von Pflanzen hat das so seine Bewandtnisse. Die Namen haben oft einen beschreibenden Charakter. Da werden Namen der einen Pflanze unter Heranziehen von Merkmalen anderer Pflanzen gefunden.

Ein schönes Beispiel hierfür sind Platane und Ahorn. Der Name Platane ist alt. ‚Platanos’ nannten schon die alten Griechen den Baum. Es gibt neben anderen die orientalische Platane Platanus orientalis und die abendländische Platane Platanus occidentalis. Die Ahornblättrige Platane ist eine Kreuzung aus diesen beiden. Jahrzehnte lang hieß sie wissenschaftlich Platanus acerifolia. Acer ist der Name des Ahorns. Die Ähnlichkeit der Blätter wird hier zur Namensgebung herangezogen.

Umgekehrt geht es den Ahornen ebenso. Da gibt es den Acer platanoides und den Aver pseudoplatanus. Ersteres bezieht sich auf die Ähnlichkeit der Blätter, die zweite Bezeichnung auf eine Ähnlichkeit anderer Art. Bei Platane und Acer pseudoplatanus blättert die Rinde in Placken ab.

Momentan scheint der Name Platanus x hispanica für die Ahornblättrige Platane gültig zu sein. Wie man sieht, geht es da ziemlich bunt her. Platanus gehört zu einer eigenen Familie den Platanaceae. Ähnlich war es bisher bei den Ahornen, sie wurden einer eignen Familie, den Aceraceae, zugeordnet. Jüngste Untersuchungen der Gene jedoch ergaben, dass sie zu den Seifenkrautgewächsen, den Sapindaceae, gehören.

Darüber hinaus neigt man heute dazu, enger zu differenzieren. So entstehen aus einer Familie auf einmal zwei Familien. Man kann sich leicht vorstellen, dass in den Zeiten der großen Welterkundungen am Anfang der Neuzeit, die Schiffe beherbergten meist auch einen Botaniker, mehrere Wissenschaftler unabhängig voneinander die gleichen Pflanzen fanden, beschrieben und benannten. Dadurch kam es zu Mehrfachbenennungen, die als solche zuerst nicht erkannt wurden. Sie wurden wie verschiedene Pflanzen behandelt. Noch heute ist es nicht einfach herauszufinden, wer diese Pflanze zuerst gültig beschrieben hatte. Die erste gültige Beschreibung ist das Kriterium dafür, dass ein Pflanzenname gültig ist. Deshalb steht in wissenschaftlichen Abhandlungen immer auch der Name des Autors hinter der Bezeichnung. Kompendien, die sämtliche Synonyme, die nicht mehr gültigen Namen einer Pflanze mit seinen Autoren, auflisten, füllen Regale.

Die Zuordnung und Benennung von Pflanze ist derart volatil, so würde man das an der Börse nennen, dass einem ganz schwummerig wird, wenn man an wissenschaftliche Strenge glauben will. 

Dieses Wirrwarr vor Augen muss ich mal ein Lanze für den Gärtnerlehrling schwingen. Es gibt etliche Berufe, zu deren Bewältigung es notwendig ist, eine neue Sprache zu lernen. Wir kennen das von den Medizinern. Was die sprachlichen Anforderungen betrifft, geht es dem Gärtner vergleichbar. Grundlegend ist das Lateinische, Endungen und Deklination sind lateinisch. Namen sind aber oft Griechisch. Hinzu kommen Eigennamen in allen Sprachen der Welt. Dafür mal ein Beispiel: ‚Kiku shidare Zakura’ Weiß jemand, was da angesprochen ist? `Kiku` ist Japanisch für Chrysantheme. ‚Zakura’ heißt dort die Kirsche. ‚shidare’ beschreibt die hängenden Zweige. Der gesamte Name dieser japanischen Kirsch lautet ‚Prunus serrulataKiku shidare Zakura’. Prunus ist der lateinische Name für Kirsche, Pflaume, Pfirsich etc. ‚serrulata’ heißt kleinsägezähnig. Die Pflanze gehört zu den Rosengewächsen, den ‚Rosaceae’ und damit zu den Dicotyledonen, den zweikeimblättrigen Pflanzen.

Das war jetzt ein einfaches, noch leicht nachvollziehbares Beispiel. Aber finden Sie mal raus, was ‚Kamaekurahiba’ heißt. Dabei ist die Nomenklatur nur ein Randgebiet dessen, was der Gärtner zu lernen hat. Die Hauptaufgabe des Gärtners ist das Hinsehen, die Aufmerksamkeit, das Erkennen von Gegebenheiten, deren Veränderlichkeit und deren Konstanz und Unverrückbarkeit. Und das hier ist nur ein abgefallenes Blatt.  

Spitzahorn

Dienstag, 28. Oktober 2008

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Acer platanoides – Sapindaceae

Der Spitzahorn ist ein einheimischer Baum. In der Forstwirtschaft gilt er, so die Aussage eines mir bekannten Försters aus dem Siegerland, als wesentlicher Bestandteil eines gesunden, stabilen Mischwaldes. In den Städten wird er gerne gepflanzt, da er mit den typischen Unbilden der Stadt gut zurecht kommt und mit seinen im zeitigen Frühjahr, wenn andere Bäume noch kahl in der Gegend stehen, erscheinenden grünlich hellgelben Blüten und dann im Herbst mit einer feurigen Herbstfärbung auffällt.

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Der Spitzahorn gehört seit langer Zeit zu den Bäumen, um die sich die Gärtner besonders gekümmert haben, so dass der Gartenbesitzer heute auf viele Varietäten zurückgreifen kann. Besonders auffallend sind die mit tief dunkelrot gefärbten Blättern aufwartenden Sorten. Doch das ist wie so Vieles Geschmacksache.

Der Spitzahorn kann zu einem stattlichen Baum von bis zu 30 Metern heranwachsen. Er wird 150 bis 200 Jahre alt. Seine Borke ist längsrissig und nicht schuppend wie diejenige des Bergahorns (Acer pseudoplatanus).

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Die Ahorne sind von den bei uns natürlich vorkommenden Bäumen diejenigen, die in besonderer Weise an dem Bild der Herbstfärbung in unseren Landschaften beteiligt sind. „platanoides“ spricht man ‚platano-ides’ also o und i getrennt und nicht zu einem Diphthong vereint aus. Der Spitzahorn hat bei uns die westliche Grenze seines Verbreitungsgebietes erreicht. Er ist also ein Baum des kontinentalen Klimas. 

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Ob er sich im Herbst eher gelb oder rötlich oder ganz bunt verfärbt, hängt vom Wetter und dem Standort aber dann auch davon ab, aus welchen Beständen in welcher Gegend und von welchen Bäumen die Samen genommen wurden, aus denen die jeweiligen Bäume gezogen wurden. 

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