BelsenPark

Ich hatte kürzlich einen Sonntagsspaziergang über den Greifweg in Oberkassel gemacht und hier Bilder eingestellt. So wie dort beschrieben wird es ihn bald nicht mehr geben. Das Gelände wird gerodet und bebaut und dann der Bevölkerung als Grünzug ‚zur Verfügung gestellt’. Also Grün weg, das Gelände zugebaut und dann mit ein paar Bäumen wieder begrünt. Solche Heldentaten brauchen einen Namen, der sie ins rechte Licht setzt. Der hatte sich, schon lange bevor auch nur ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet wurde, gefunden: BelsenPark. Na, da freuen wir uns doch alle.  Weg mit dem wilden Gewucher und Ordnung!  Selbst der Name des Investors weiß sich euphemistisch zu gebärden: Vivico. (Dedicated to urban life) Da sprüht das Leben doch geradezu.

Dass Parks vor allem aus Bauten bestehen greift um sich.  Man nehme z.B. das Gelände des Güterbahnhofs Derendorf. Wann werden endlich so altertümliche, mit Bäumen bestandene und einfach nur Grün und Wege ausweisende Parks wie der Zoopark, der Hofgarten, die Gärten des Schloss Benrath, der Südpark endlich bebaut? Kann man sie heute eigentlich noch als Park bezeichnen? Da fehlen doch die schmucken Bauten!

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Ein Kommentar zu BelsenPark

  1. Jan sagt:

    Es tut mir gut, mich darin wieder zu entdecken, wie du diesem Unbehagen Ausdruck verleihst, das mich manchmal ähnlich beschlichen hat, angesichts des Wandels vertrauter, und geschätzter Formen, der ganz wirklichen Auflösung der Welt, so wie sie in der Erinnerung noch sehr lebendig ist – aber die Überlappung im Äußeren fehlt, dort wo man gewohnt war sie zu finden, wächst auf einmal etwas davon scheinbar drastisch abweichendes. Der Greifweg und dessen nahes Umfeld war mir immer ein magischer Raum. Mein Schulweg. Ein Torweg. Der Weg über den ich in die Außenwelt ging, zu beinahe jedem Anlaß, ein alltägliches Abenteuer. Vielleicht mein persönlicher Prototyp eines Weges schlechthin. Schon vor der Schulzeit habe ich fantastische Erlebnisse, und (zur gedämpften Begeisterung meiner Mutter :D) Fundstücke vom dortigen Schrottplatz auf dem alten Bahnhofsgelände mitgebracht. Solche wildwüchsigen Orte haben ihren ganz besonderen Reiz, und ich meine auch Wert. Wo verfallende, zivilisatorische Relikte mit ungebändigter Natur verschmelzen; halb vergessen im Abseits, wortlos Geschichten erzählend. Das regt die ebenso wildwüchsig irrationale Seite in uns an, die Eindrücke von Verfall und Kreativität abenteuerlustig zu erkunden, und selbstständig ordnend, interpretierend zu gestalten. Ich bin überzeugt davon, solche Orte finden sich immer wieder, für alle die sie brauchen. Am Beispiel des Greifwegs finde ich in diesem Zusammenhang erwähnens- und bemerkenswert: Geprägt war die Gegend schon zuvor vom einst innovativen Vorstoß industrieller Neuerung; der Güterbahnverbindung. Ich genieße es heute ganz besonders, diese multiple Überlagerung spüren zu dürfen, wenn ich dort spazieren gehe. So etwas zu erleben, ist ein besonderer Reichtum, und ich bin zuversichtlich, daß auch weitere Entwicklungen unsere Geister befriedigen können. Das Konzept des Artifiziellen im Widerspruch mit dem Natürlichen, ist eine Idee, die sicherlich ihren Wert hat – allerdings auch den bitteren Geschmack von überheblicher Selbstentfremdung mit sich bringen kann. Sind menschliche Gestaltungen ein Teil der Natur? Sind unsere Gebäude denen anderer Lebewesen ähnlich? Dürfen unsere inneren Wirklichkeiten Alles mit einbeziehen, und Nichts? Vielen Dank für deine Beiträge, die mich (zumindest) zu diesem Text inspiriert haben.

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