Bus, Bahn und Auto im Nahverkehr

Mit dem Auto kann man wann immer, wohin immer und auf welchem Wege immer dorthin fahren, wohin man will. Man muss nicht umsteigen und erspart sich nervige Wartezeiten. Man kann mehrere Besorgungen mit freier Hand hintereinander erledigen, weil man Unhandliches jeweils im Kofferraum verstauen und so weitermachen kann. Man muss nicht das meist unerhebliche Gequatsche wenig ausgesuchter Mitmenschen oder das Geschrei der Schule entronnener Kinder ertragen. Man hat immer einen sicheren Sitzplatz.

Mit Bus und Bahn kann man – dort ausgestiegen – hingehen, wohin man will, einen Park, einen Wald durchqueren und muss nicht wieder dorthin zurück, wo man mit Mühe und Ausdauer einen Parkplatz gefunden hat, weil die nächste Haltestelle auch dort zu finden ist, wohin es einen getrieben hat. Man spart einen riesigen Batzen Geld. Versicherung, Inspektion, Aufmerksamkeit beim Fahren, Staus und andere Verkehrsteilnehmer, die einen nerven, gibt es nicht und die Preisschilder an den Tankstellen entlocken einem ein süffisantes Lächeln. Man kann es sich auch ersparen, über den Status zu sinnieren, welcher sich mit der Wahl der eigenen Kutsche unausweichlich ergibt. Man kann Geselligkeit genießen, ohne von Gedanken an Fahrtüchtigkeit geplagt zu werden. Und wenn man mal tatsächlich ein Auto benötigt, leiht man es sich und es steht nicht den größten Teil des Tages teuer und sinnlos  herum.

Es spricht Vieles für Bus und Bahn. Vorteile, die Bus und Bahn bieten, werden nur und das entscheidend dadurch schon mal zu Nachteilen, dass der ÖPNV mit zu langen Taktzeiten und einem zu groben Netz funktioniert. Da gilt es auch nicht zu sagen: „Weshalb sollen wir mehr Busse und Bahnen einsetzen? Das Angebot wird doch gar nicht genutzt.“ Wer so denkt, verkennt, dass erst das bessere Angebot den Autofahrer dazu bringt, auf seine teure Dreckschleuder zu verzichten. Das Angebot muss so attraktiv sein, dass es lächerlich ist, das eigene Auto zu finanzieren und zu nutzen.

Das Fahrrad ist keine Alternative. Das braucht zwar keinen Sprit und verpestet die Luft auch nicht, aber man muss es parken und wieder dahin zurück, wo man es abgestellt hat und kann froh sein, wenn es noch dort steht und das unbeschadet. In dieser Hinsicht fesselt es einen wie ein eigenes Auto.

Das sind keine Argumente gegen denjenigen, der gerne sein Auto kutschiert oder Rad fährt. Bei dem Rad gibt es keine Argumente, die dagegen sprechen. Der Besitzer einer Benzinkutsche muss allerdings für alle Kosten, die er verursacht, aufkommen. Dazu gehören auch der Kostenanteil an Straßen, der nicht dem Güterverkehr anzulasten ist und vor allem die Kosten, die durch die von ihm verursachte Umweltverschmutzung  entsteht. Wer sich diesen Luxus leistet, soll ihn sich leisten. Da kommt kein Neid auf, wenn er für jeden Wagen, den er kauft, einen Baum pflanzt. (Der Baum ist nicht das Teure. Es ist das nicht ganz kleine Stück Erde, das dazu benötigt wird.) 

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Eine Antwort auf Bus, Bahn und Auto im Nahverkehr

  1. Rainersacht sagt:

    Richtig!

    Nur das mit dem Radparken, das gibt’s mit der Nuance, dass man das Fahrrad ja in den Behältern des ÖPNV mitnehmen kann. Beispiel: Ich muss zum Kunden nach Essen. Fahre mit dem RE nach Altenessen, nehme den Drahtesel (Ich liebe diesen Begriff!) mit und strample die restlichen zwei Kilometer. Wollte mit dieser Mobilitätskombination jetzt öfter mal experimentieren…

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