Das haben wir doch hinter uns

Mit Erstaunen und Befremden sehe ich in den Nachrichten, dass der französische Präsident hier in Deutschland mit ‚militärischen Ehren’ empfangen wird. Dabei wäre es doch viel netter, ihm ‚Guten Tag’ zu sagen und sich dann zusammen zu setzen, sich kennen zu lernen und Vorstellungen auszutauschen, die mit solch abstrusen Ehrerweisungen nichts zu tun haben.

Ich weiß. Das ist internationaler Usus. Da gibt es noch andere Gebräuche, die nicht mehr in die Zeit passen. Ich verstehe das als albernes Lametta. Zu Kaisers Zeiten mag das als Ausdruck des Nationalstolzes gepasst haben. Das führte dann zum 3. Reich.

Auch einen Erdogan würde ich nicht so begrüßen, obwohl es ihm sicher schmeichelte. Es müssen ja nicht gleich die Berliner Philharmoniker sein, welche die Europahymne oder sonst was Nettes aufspielen. Hauptsache, es zeigt dem Gast, dass er willkommen ist. Ja, auch Erdogan. Auch Trump. Wie wär’s mit dem Bolero von Ravel? Vielleicht der 1. Satz aus Mozarts Klarinettenkonzert und dann freundlich und befreiend die Beteiligung an der Pax Americana aufkündigen. Zusammen mit Frankreich und vielen anderen.

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