Gut ist schlecht und schlecht ist gut

Was gut ist oder schlecht ist, hängt von den Vorstellungen und der Perspektive  des Betrachters ab. Gut und Schlecht sind somit keine objektiven Größen. Gut bedeutet angepasst. Das Wort ist mit den Worten Gitter, Gatte und Gatter verwandt. Das Wort Gott gehört auch zu dieser Familie. Der Bedeutungswandel ist nicht neu sondern schon im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen als guot nachweisbar.

Schlecht ist mit schlicht verwandt und bedeutet ursprünglich geglättet, glatt, eben. Auch schleichen –leise gleitend gehen – gehört hier hin. Auch ‚schlechthin’, ‚schlechterdings’ , was ja nicht ‚schlecht’ bedeutet sondern ‚durchaus’, ‚geradewegs’, ‚einfach’. Es ist ganz einfach. Die Guten sind diejenigen, die uns passen und die Schlechten sind uns suspekt, auch wenn sie unser Bestes wollen. 

Da gibt es noch solch ein nur relativ zu verstehendes Wort in unserer Sprache.

Groß bedeutet eigentlich grobkörnig und tummelt sich in einer Gruppe von Grieß, Grütze, grob und Grieben. Es bezieht sich somit auf die eher kleinen, zerstückelten Dinge. Das Wort, welches sprachgeschichtlich im Germanischen groß bedeutete, war mekila auch michel. Es hat sich im Englischen noch in ‚much’ erhalten. In unserem Sprachgebrauch kommt es in Namen vor. Michelstadt = Großstadt, Mecklenburg = Großburg.

Muss man nicht wissen, kann man aber wissen. Schaden tut es nicht.

 

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