Löwenmäulchen


Wenn man der Natur ein Prinzip unterstellen kann, dann ist es das der Arterhaltung. Dazu nutzt sie unter anderem die Fähigkeit der Anpassung, der Anpassung auch eben an ungünstige Verhältnisse.

Hier sehen wir ein Löwenmäulchen, welches sich, weil sein Samen nun mal dort gelandet ist, gezwungen sieht, sich mit einem Spalt zwischen Mauer und Pflaster zu begnügen. Es antwortet damit, äußerst gedrungen zu wachsen, also von seiner normalen Größe stark abzuweichen. Doch das Organ, welches zur Arterhaltung am wichtigsten ist, die Blüte, erscheint in normaler Größe und in voller Funktion.

Lässt sich das auf unser Verhalten übertragen? Bestimmt nicht in kongruenter Weise. Aber wir sind in der Lage unser Hirn einzuschalten und Wege zu finden, unser Dasein bei aller Bedrängnis – ich solch einer Situation sehe ich uns – so zu gestalten, das wir uns dennoch als Menschen erkennen, wenn wir uns im inneren Spiegel betrachten.

Der Samen des angepassten Löwenmäulchens landet in einer besseren Umgebung und daraus wird dann wieder ein stolzes Löwenmäulchen von gewohnter Statur. Das Löwenmäulchen hatte nur seine Gestalt angepasst aber – ich nenne es mal – den Geist des Eigentlichen erhalten und weitergegeben.

Kartenhäuser fallen so leicht in sich zusammen. Was bleibt, ist unser Geist. Er lässt uns als Menschen auferstehen. Auf die Schule ist da kein Verlass. Das müssen wir schon selber an unsere Kinder und Nachbarn weitergeben. Wir sind stark.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.