Reitzenstein-Kaserne

reitzenstein-kaserne-tor

Ludwig Beck Straße – Düsseldorf-Mörsenbroich

Hier sehen wir das alte Tor der Reitzensteinkaserne. Ich kenne das Gelände aus längst vergangenen Zeiten. Die Kaserne funktionierte als solche bereits im Dritten Reich. Und sie hieß da auch schon Reitzenstein-Kaserne. Sie wurde 1937 erbaut. Die von Reitzensteins waren ein altes Adelsgeschlecht, dessen Mitglieder sich nahezu alle als Militärs hervorgetan haben.  Ob die Reitzenstein-Kaserne nach Hans-Albin von Reitzenstein genannt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Dieser wurde 1911 in Berlin geboren und nahm sich 1943 in Russland das Leben. Er erhielt als Obersturmbannführer in der II. SS-Panzerdivision „Das Reich“ das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.

Das aber kenne ich nicht aus eigener Anschauung. Aus eigener Anschauung kenne ich z.T. zerstörte Bauten, die schnell wieder hergerichtet wurden, um vor allem Flüchtlinge darin unterzubringen. Für uns war es ein großes, wildes Spielgelände. Dort gab es auch einen nicht kleinen Exerzierplatz. Auf dessen mit roter Asche gedeckten, festgestampften Fläche gedieh ein riesiger Teppich aus Mauerpfeffer (Sedum acre) durchsetzt mit dem selbst Asphaltpflaster brechenden Huflattich (Tussilago farfara).

Wir lernten die Kinder der dort hausenden Flüchtlinge kennen und spielten mit ihnen.  Sie gingen mit uns in die gleichen Schulen.

Jetzt soll dort die „exquisite Gartenstadt Reitzenstein“ entstehen. Die Bauten sollten längst im Gange sein. Doch immer noch haust da die Bundeswehr mit ihrer Nachwuchsgewinnung. Europäisches Recht schlägt nationales Recht. So kommt es, dass die Planung für das Gelände europaweit ausgeschrieben werden muss und die bereits bestehenden Pläne Makulatur sind.

Wo bisher ein paar Hundert Soldaten fungierten, sollen dann in einer grünen, großflächigen „Gartenstadt“ 2.000 Menschen ‚residieren’. Ich sag’ nur: „Pferch“. 

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Gebäude der Reitzentein-Kaserne von dem benachbarten Kleingartengelände aus gesehen. 

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