Wandelröschen

lantana.jpg

Lantana camara – Verbenaceae

Da tummelt sich ein Vertreter Südamerikas in meinem Blumenkasten und das seit nun drei Jahren. Zwei Winter hat er unbeschadet überstanden. Das innerstädtische Mikroklima, das ausgeglichene, noch vom Meer beeinflusste Klima hierzulande und die globale Erderwärmung machen es möglich. 

Die sich ständig ändernde Farbe der Blütenköpfe gab der Pflanze den Namen. Das ist schon verwunderlich und macht den Reiz der Pflanze aus. Darüber hinaus mag ich den intensiven Duft der rauen Blätter. 

Doch Vorsicht! Die Pflanze ist stark giftig. Vor allem die beerenartigen Früchte. Diese entsprechen in ihrer Giftigkeit der Tollkirsche.

Hier gilt das Wandelröschen als Zierpflanze. In warmen Ländern, in die sie wegen ihres hohen Zierwerts verbracht wurde, gilt sie jedoch als invasiver Neophyt, d.h. sie verdrängt dort einheimische Pflanzen und gilt als übles Unkraut, obwohl es sich um ein Gehölz handelt. Dieses kann eine erhebliche Ausdehnung erreichen. Nach meiner Erfahrung wächst sie vor allem in die Breite. Ich kenne Sträucher von etwa120 cm Höhe die über drei Meter breit sind. Das am Mittelmeer. Wie groß sie in ihrer Heimat werden, weiß ich nicht. Ich habe Bilder gesehen, auf den festzustellen war, dass sie weite Landstriche einnehmen, das ähnlich unseren Ginsterbüschen an ihnen genehmen Stellen, und ordentliche, von Blüten übersäte Büsche darstellten. 

In meinem Blumenkasten dient sie dem vielblütigen, im zeitigen Frühjahr blühenden Jasmin als Klettergerüst. Das hält sie etwas in Grenzen.

Im vorigen Jahr wurde sie regelmäßig von einem Zünsler besucht, einem schmucklosen, kleinen Falter, der seine Nahrung durch einen langen Rüssel aufnimmt, den er nacheinander in jede Blüte taucht. Das Besondere ist, dass er dabei wie ein Kolibri vor der Blüte Flügel schwingend in der Luft steht und sich nicht auf die Pflanze niederlässt. Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, habe ich meinen Augen nicht getraut.  

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.