Am Damm

Doch schaut man sich um, bevor man die Stadt verlassen hat, kann man einen Pfad entdecken, der weiter nördlich führt und noch Düsseldorfer Gebiet durchstreift, denn unmittelbar am Rhein gibt es einen schmalen Streifen Düsseldorf bis an das wirklich nördlichste Ende der Stadt. Der halbe Rhein auf der einen Seite und Felder auf der anderen Seite gehören zu Duisburg.  

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Bevor der Weg hoch auf den Deich schwenkt, findet sich noch ein Haus, ein Haus, wie es früher in dieser Gegend gebaut wurde. Heute ist es liebevoll gepflegt und von Blumen umgeben. Das wirkt kaum aufgesetzt. Es passt und erfreut. Noch ist Sommer.

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Vom Deich aus hat man einen weiten Blick den Niederrhein längs

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auf das andere, das „römische“ Ufer.

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auf einen einsamen Padler, 

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auf die ufernahen Auen, aus denen über den Strom hinweg das Geschrei von Kanadagänsen, die jetzt hier eingefallen sind, zu hören ist.

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Die Begegnung mit einem Land-Rover täuscht mehr Wildnis vor, als hier herrscht,

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wie dieses Schild außen an einem Zaun zu dem Garten einer hinter dem Deich liegenden Villa beweist.

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Andere Schilder werden vom üppigen Grün bald überwuchert sein.

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Am wirklichen Ende der Stadt zeigt sie sich noch einmal gastlich. Hier wohnt und agiert der Deichgraf und betreibt nebenbei eine bei gutem Wetter überquellend besuchte Gartenwirtschaft. Die Leute kommen mit Tischen und Stühlen und weit  draußen außerhalb des Wirtsgartens die Grenze zwischen Düsseldorf und Duisburg verwischend, trinken sie ihr Bier in meist sehr legerer Kleidung und lassen sich von der Sonne so was wie Ferien vorgaukeln. Auf den Wiesen und Feldern rundherum hüpfen Heuschrecken und in den Hecken zwitschern die Vögel.

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Am Damm –Düsseldorf-Wittlaer 

Die meisten Felder sind abgeerntet und zeigen bereits herbstliche Farben.

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Der Blick etwas weiter lässt Duisburg erleben, wie es grollt und dampft. Einer der letzten Standorte der dem Gestern zuzuschreibenden Schwerindustrie. Hier wird Stahl gekocht. Hier gibt es kein Eisenerz und die Kohle, die einst den Standort Ruhrgebiet möglich machte, kommt längst aus Australien oder sonstwo her. Die Rohstoffe liegen hier nicht vor. Aber Kochen können die Jungs.

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Dann noch eine Pumpstation für wertvolles Wasser.

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5 Kommentare zu Am Damm

  1. rebusch sagt:

    Die Gartenwirtschaft, die da an schönen Tagen so herrlich über den Deich ausufert, liegt aber schon in Duisburg. Genauer gesagt in Rheinheim ( http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&geocode=&q=Duisburg+Rheinheim&ie=UTF8&ll=51.344231,6.70269&spn=0.034152,0.090294&z=14 ). Dem ganzen schließt sich dann hinter den Feldern weiter landeinwärts, sozusagen im Knie, Mündelheim an. Nur der Vollständigkeit halber und falls sich irgendwelche Rheinheimer (so viele sind das aber wohl nicht 😉 in ihrer lokalen Ehre gekränkt fühlen…

  2. Auf meinem Stadtplan bildet der Weg nördlich der Gartenwirtschaft die Grenze. Aber sei es wie es sei. Die Völkerschaften, die dort vor der Kneipe sonnen und saufen, verwischen die Grenze eh. Und das ist gut so. Auch wenn hier Alt- und Pilsland hart aufeinander treffen, ist eine Grenze dort nur noch von der Bedeutung einer Grenze zwischen Stadtteilen der sich immer bewusster werdenden Rhein-Ruhr-City.

  3. rebusch sagt:

    Hey, das wäre doch mal was, Google definiert die Gemeindegrenzen neu, oder halt auch nicht… Sollte sich aber noch genau ‚rauskriegen lassen.
    An dieser Stelle das Rhein-Ruhr-Fass aufzumachen, halte ich für gewagt. In den Grenzen des RVR (früher KVR) fängt das sogen. Ruhrgebiet ja inzwischen schon in Xanten an. Wer letztlich die Zeche zahlt, steht dann wieder auf einem anderen Deckel.

  4. rebusch sagt:

    Nur der Vollständigkeit halber: Habe also noch mal genauer auf den Düsseldorfer Stadtplan geschaut und muss feststellen, dass die Gartenwirtschaft tatsächlich nicht mehr im Dorf liegt: http://stadtplan.duesseldorf.de/Duesseldorf/Stadtplan/cgi-bin/perl/print-version.pl?PQ=51/28
    Ansonsten ein interessantes Schnittmuster an Gemeindegrenzen dort: Düsseldorf, Duisburg, Meerbusch, Krefeld.

  5. Dann muss ich den Teil der Geschichte wohl umschreiben und sagen: Dann betreten wir Duisburger Boden, auf dem die Duisburger den Düsseldorfer mit einer Gartenwirtschaft begrüßen und dem stupiden Wittlaerer zeigen, wie einfach und erfreulich das Leben sein kann.

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