Da steigt viel Rauch auf

Rauch steigt auf, nicht weil ein neuer Papst gewählt worden ist, sondern weil das Verfassungsgericht ein sibyllinisches Urteil gefällt hat. Es geht um das Verbieten und Erlauben von Rauchen in Kneipen und Gaststätten. Da es beim Rauchen wohl um Kultur handelt und Kultur Ländersache ist, gelten die Regelungen jeweils für ein Land. Beim Überschreiten der Grenzen von NRW zu Rheinland-Pfalz oder von Hamburg nach SHS muss man sich also mit der jeweiligen Gesetzeslage vertraut machen, bevor man sich eine ansteckt oder umgekehrt, jemanden, der das tut, rüde angeht.

Und schon wird das Dasein spannender. Regionale Unterschiede machen Deutschland wieder bunter. Ein Gewinn auf der ganzen Linie. Was heißt hier Linie. Das wäre ‚Altes Denken’. Rauch breitet sich vierdimensional aus, einmal in den bekannten drei Dimensionen ergänzt durch die vierte Dimension, die Zeit.

Hier wird die Existenz der vier Dimensionen, die sich der Vorstellung so gerne entziehen, zum ersten Mal so richtig griffig. Man greife rein in den Rauch und man wird feststellen wie er sich dreidimensional verformt und dazu den Ablauf der Zeit erkennen lässt. 

Dieses Erlebnis wird durch das Urteil des Verfassungsgerichts dem Bürger wieder zugänglich gemacht.

Rauch, seit alten Zeiten dem Geist zugeordnet, kann wieder aufsteigen. Rauchkringel können wieder ihre Magie verbreiten, Rauchzeichen können die Kommunikation wieder fördern und so mancher kann sein drachengleiches Dasein demonstrieren, indem er den Rauch durch seine Nüstern bläst.

All das ist zwar nach wie vor nur eingeschränkt möglich, aber man findet die Plätze, an dem dieses mystische Spiel gespielt werden darf. 

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