Fahne

Des kleinen Mannes kleine nationale Ersatzbefriedigung. Wenn es dabei bleibt, kann man das weglächeln. Schließlich handelt es sich um einen Wettkampf nach Regeln und ist somit immer noch besser als Schlägereien und Schlachten, auch wenn die dabei hoch kochenden Gefühle nicht nur von totalitären Regimen für ihre Zwecke ausgenutzt werden.

Ich weiß nicht, welche Rolle der Alkohol bei dem das Publikum begeisternden und auch berauschenden Spiel spielt, bzw. wie es dazu kommt, dass Fußballkonsum und Alkohol so nah bei einander liegen. Ein Fest? Sieg oder Niederlage begießen? Spannung herunterspülen? Warum dann der Alkoholkonsum vor dem Spiel? Weiß jemand Genaueres?

Den Wirten kann das egal sein. Hauptsache der Alkohol fließt. 

Über Richard Gleim

Richard Gleim Sternstr. 31 D-40479 Düsseldorf Fon: 049-2 11-169 7 169 Mobil: 01577-202 68 44 gleim@unitybox.de http://gnogongo.de http://www.artbookers.com/collections/ar-gee-gleim http://www.facebook.com/richard.gleim https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gleim
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3 Responses to Fahne

  1. Rainersacht sagt:

    Ohne auf den Quatsch im ersten Absatz einzugehen ;–))):

    Die enge Verbindung zwischen Fußball und Bier (anderer Alkohol spielt kaum eine Rolle) stammt aus der Zeit, als Fußball noch der Sport der Arbeiterklasse war. Der Besuch des Fußballplatzes – ich hab das so noch mit meinem Vater zusammen in den 50ern und 60ern erlebt – war ein mögliches sonntägliches Vergnügen für die Männer; später dann auch ein samstägliches. Und weil man ohnehin den Frühschoppen zelebriert hatte (anstatt oder nach der Kirche), trank man einfach im Stadion weiter. Und Hinterher beim Besprechen des Spiels.
    In den Zeiten als sich die Klassen und Schichten im Stadion noch schön trennten – die Großkopferten auf der Tribüne, die Prolls auf den Stehrängen – waren es auch genau die Blöcke mit den Arbeitern, wo viel gesoffen wurde, auf den Tribünen trank man vielleicht in der Pause ein Alt, aber niemand kam auf die Idee, während des Spiels rauszugehen, um sich Alk-Nachschub zu holen.

    Mit der Machtübernahme durch das Privatfernsehen, das mit der Sendung „Anpfiff“ auf RTL die Kommerzialisierung, deren Auswüchse wir zur Zeit erleben, begann, startete auch die schleichende Übernahme der Fußballkultur durch die Bügerlichen. Ähnlich wie in der etwa gleichzeitigen laufenden Punk-Bewegung galt massiver Bierkonsum als proll, damit schick – und deshalb soff man nun beim Fußball wie blöde.
    Heute ist es leider so, dass sich außerhalb der Eventie-Tribünen, gut die Hälfte der Fans schon vor dem Spiel schwer einen reintut. Während des Spiels laufen dann leider auch zig Leute permanent hin und her, um sich Bier zum Nachschütten zu holen. In manchen Ecken der Kurve stört dieses Bierholen massiv…

  2. Was den Quatsch da oben betrifft, begieb Dich mal in die Niederungen der Bolker Straße. Da bleibt nur: Je kleiner der Mann umso größer die Fahne. (doppeldeutig)

  3. Rainersacht sagt:

    Weiß ich, Richard, aber diese Herleitung von Fußball als Kriegsersatz ist psycho- und soziologisch schon seit Jahrzehnten widerlegt. Fußball ist kein Surrogat, sondern inzwischen das Ding an sich…

    Meine Beobachtung in Düsseldorf und Essen: Je ärmer das Wohnviertel, desto mehr Schwatzrotzgeld…

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