Fette Henne

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Sedum hybr. – Crassulaceae

Hier sehen wir ein herbstblühendes Sedum, das ich nicht näher bestimmen kann. Es wird sich wohl um eine gärtnerische Kulturform handeln. Sie findet sich auch nicht an einem ‚Natur’standort sondern wurde in einen ‚Steingarten‘ gepflanzt.

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Zu dieser Jahreszeit sind Nektar und Pollen spendende Blüten selten geworden. So wundert es nicht, dass wir auf dieser seltenen Bienenweide außergewöhnlich viele Bienen und Hummeln finden. Schließlich geht es darum, das Überleben im Winter zu sichern.

Sedum gehört zu den sukkulenten Pflanzen. Sie sind in der Lage, in den fleischigen Blättern Wasser zu speichern. Ihr Vorkommen reicht vom sub-polaren Bereich bis zu steinigen Geröllfeldern der vor allem europäischen Gebirge. Bei uns finde ich besonders häufig den gelb blühenden, scharfen Mauerpfeffer (Sedum acre). In meiner Kindheit fand ich mehrere 100 qm bildende Teppiche des Mauerpfeffers auf einem fest getretenen, aus roter Asche bestehenden, verlassenen Exerzierplatz der ehemaligen und immer noch existierenden Reizenstein-Kaserne in Düsseldorf Mörsenbroich. Begleitet wurde dieses Vorkommen eines Sedums von Huflattich.

Das nördlichste Vorkommen, das ich gesehen habe, gab oder gibt es am Polarkreis in Rovaniemi. In der Hauptstadt Lapplands waren oder sind Blumenrabatten mit einem aufrecht wachsenden, violett-rot blühenden Sedum bepflanzt.

Eine weitere bei uns häufig angepflanzte und verwilderte Form ist die rötliche Fetthenne

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Sedum rubrotinctum – Crassulaceae

Noch ein Wort zu Mauerpfeffer und Tripmadam (Sedum rupestre), dem Wortbestandteil Pfeffer und dem Gewürz. Bei Sedum gibt es eine Besonderheit des Stoffwechsels. Um sich vor Verdunstung zu schützen, bleiben die Spaltöffnungen tagsüber meist geschlossen. Kohlendioxid wird über Nacht über die dann geöffneten Spaltöffnungen aufgenommen. Nachts scheint jedoch keine Sonne und das Kohlendioxid kann nicht verarbeitet werden. Es muss gespeichert werden. Das geschieht in Form von Apfelsäure. Das CO2 steht dann tagsüber zur Photosynthese zur Verfügung, d.h. die Säure und der pfeffrige Geschmack nehmen tagsüber ab. Beide Pflanzen werden hin und wieder als Gewürz eingesetzt. Man sollte sie dazu eben möglichst früh am Morgen ernten und bis zur Verwendung kühl und dunkel aufbewahren.

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Felsenmauerpfeffer – Tripmadam – Sedum rupestre – Crassulaceae

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