Gernot

Wir befinden uns am Ende des Jahres. Wir sehen Gernot, wie er irgendwo in einem dieser eher langweiligen Außenbezirke der Stadt in einem Wartehäuschen der Straßenbahngesellschaft sitzt. Die vier unbedeutenden Straßen an dieser Kreuzung sind leer. Kein Auto fährt, kein Mensch nutzt den Tag, um sich in dieser Öde zu bewegen. Lediglich das große, gelbe Schild, auf dem in großen goldenen Lettern SONNENSTUDIO steht, glänzt im  Sonnenlicht.

Doch auch hier bleibt nicht alles so, wie es für eine Weile scheint. Die Kulisse betritt eine üppige, junge Frau. Sie geht zum Wartehäuschen und schaut auf den Fahrplan, holt ihr Handy aus einem tiefen, voluminösen, schwarzen Beutel, den sie umhängen hat, schaut dort nach der Zeit und schaut wieder auf den Fahrplan. Dann sieht man sie die Straße queren. Ihr Ziel ist eine Filiale der Volksbank. Sie steckt ihre Karte in den Schlitz in der Mauer und öffnet die Tür.

Gernot schaut auf die leere Straße, das Grau der Häuser, das Blinken der Sonnenstudioschrift und entdeckt ein Graffito quer über die Kreuzung in einer Garageneinfahrt. Das Sonnenlicht tut ihm gut. Er ist zufrieden.

Die junge, üppige Frau muss die Bank wieder verlassen haben, denn sie kommt auf das Wartehäuschen zu. Gernot schaut sich die wallende, schwarze Kleidung des wandelnden Fleischbergs an und bemerkt trotz verhüllenden Wallens der großzügigen Kleidung das Hängen der üppigen Brüste dieser Frau und sagt nicht, was er denkt. Er denkt: „Sie sollte einen besseren BH tragen. Das müsste ihr mal jemand sagen. Aber vielleicht ist sie so zufrieden. Man soll nie an jemanden herummäkeln. Da kann jeder für sich selber tun.“

Die junge Frau in ihren wallenden, schwarzen Kleidern setzt sich neben ihn, fummelt in ihrem Beutel und holt ein Buch aus den Tiefen des Stoffes. Bevor sie es aufschlägt, wendet sie sich mit der Frage: „Willst Du ficken?“ an Gernot. Gernot ist überrascht und für einen Moment ratlos, obwohl ihm, als er die üppige, junge Frau erblickt hatte, erst einmal der Gedanke an Ficken gekommen war. Doch das war ihm nicht besonders aufgefallen. Das war zu alltäglich und war ebenso schnell vergessen. Er fing sich und meinte: „Hab’ ich nicht gerade gedacht, aber ich lasse mich überreden.“ „O.K., wo wohnst Du? Kommt man mit dieser Bahn dorthin?“  Er bejahte. Die Situation war ihm  etwas unangenehm.

Man hätte sie, hätte man sie beobachtet, beide in die Bahn, die bald kam, einsteigen sehen, Zu Hause angekommen, schaute sich die junge Frau nicht lange um sondern begann, sich der üppigen, wallenden Kleidung zu entledigen. Gernot stand etwas verwundert im Raum und schaute zu. „Na, nun mach schon!“ sagte sie an ihm rauf und runter guckend. Die Hose in der Hand konnte er noch sehen, dass sie überhaupt keinen BH trug. Ihre üppigen, hellen, weichen Brüste hingen freiglockig über der gut gepolsterten Haut.

Das mit der Empfehlung eines besseren BHs hatte sich erledigt.

 

Über Richard Gleim

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Ein Kommentar zu Gernot

  1. Michael G. sagt:

    Puh, Gernot hat Glück, ziemlich viel sogar ! Danke, für diese coole Geschichte zum Jahresanfang ! Gruß an Gernot, den alten Glückspilz !

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