Handeln

Sich über Merkel, Seehofer, Röder, Putin, Trump, Le Pen etc. aufzuregen, regt unser Hirn nicht sonderlich an. Da haben sich längst Denkautobahnen gebildet, die immer wieder befahren und aufgerufen werden. Da gibt es viele Likes, weil viele Hirne diese Autobahnen ausgebaut haben. Aber es passiert nichts. Wie auch. Man ist sich einig und sonnt sich an einer scheinbaren Lösung. Es herrscht Friede im Hirn. Hüther nennt das Kohärenz.

So weit, so schlecht, denn es ändert sich nichts. Wie aber soll dieses Ändern aussehen? Nun ja, vielleicht kann man bei sich selbst anfangen. Die von Kindern oft gestellte Frage nach dem Warum kommt hier wieder auf. Auch: ‚Was mache ich eigentlich?’ Die Antwort darauf lautet meist: Ich bin dazu gezwungen. Erhebend, nicht wahr. Die Antworten sind also wenig befriedigend bis höchst unangenehm. Man stellt sie nicht mehr und lebt weiter im alten Trott, wenn man das noch leben nennen kann.

Es muss doch etwas geändert werden. Ja! Um etwas zu ändern, baucht es den Willen, etwas zu ändern. Lamentieren bringt gar nichts. Aber selber etwas in die Welt zu setzen – ob alleine oder mit anderen zusammen- ist eine von vielen Möglichkeiten. Auf den Drachen des Unvermeidlichen schauen und vor Angst nicht mehr atmen können, bringt uns keinen Schritt weiter.

Wenn z.B. jemand etwas macht, was im weitesten Sinne künstlerisch verstanden werden kann und seinen Spaß daran hat und nicht deshalb macht, um damit möglichst viel Geld zu verdienen, ist das durchaus ein Anfang. Auch der selbst gebastelte Tisch, der gelungene Kuchen etc. vermitteln uns Freude, die von keiner oktrojierten Politik zu beflecken ist. Ich meine nicht das Hobby als Ausgleich, sondern ein eigenes Handeln, das Freude vermittelt und einen Weg aufzeichnet, wie man dem Desaster, das einen umgibt, etwas entgegensetzen kann und damit die Lamento-Autobahnen im Hirn verlässt und neue Vernetzungen findet, Perspektiven verändert und einen somit aus der Höhle des Unvermeidlichen zurück ans Tageslicht führt.

Und wenn sich dann solche Mitmenschen treffen und sich und den anderen entdecken, kann man zusammen und auf kluge und friedliche Weise dem Wahnsinn des Regiertwerdens etwas entgegensetzen.

Beispiel: Als ich in den 70er/80er Jahren Bilder der Jugendszene gemacht habe, habe ich doch nicht im Entfernesten daran gedacht, einmal Geld damit zu verdienen. Es war Faszination, Begeisterung, Staunen. Und sieh da: Ich kann vielen damit eine Freude bereiten. Darum geht’s. Und wenn jetzt einer der weltgrößten Verlage ein Buch mit mir machen will, dann überträgt sich das auf ein breites Forum. Klar, der Verlag wollte das Buch anders machen, als mir so was vorschwebte. Da musste ich bis zum Scheitern des Projekts einschreiten und die Chance, endlich für meine ‚Arbeit’ entlohnt zu werden, hintan stellen. Jetzt steht das Projekt. Mine Vorstellungen und die Erfahrungen eines großen Verlages haben sich getroffen. Ob es gelingt, wird sich zeigen. Ich hoffe es. Mal wieder ein Abenteuer. Such is life. Da schrumpfen Merkel, Putin, Trump & Co. zu lächerlichen Randfiguren, während Alle, die an dem Projekt beteiligt sind, ihre Freude daran haben und Ihr als Käufer wahrscheinlich auch.

Also mein Rat: Macht was, was Euch Spaß macht. Wenn viele das machen, das kann auch innerhalb des Jobs sein, dann ändert das die Welt, weil Viele sich geändert haben.

Das aktuelle ZK-TOTE Hosen-Buch ist auch so entstanden und letztendlich haben auch dort Etliche zusammengearbeitet; nicht zuletzt der Verlag. Ich brauche mich dessen nicht zu schämen, sondern kann mich freuen und Euch eine Freude bereiten. Nicht Allen aber Vielen.

Und die Ausstellung im postPost Central war doch auch eine tolle Sache. Wenn ich mit meinen 77 Jahren so was kann, dann kann das jeder. Also macht was. Mit vollem Risiko und viel Spaß an der Freud. Noch eins kann ich verraten: Dazu braucht es nicht viel Geld, auch wenn das schwindelnd hohe Kosten und Risiko bedeutet > nur Mut. Sicherheit ist der Tod jedes Handelns. Man muss nur wollen.

Über Richard Gleim

Richard Gleim Sternstr. 31 D-40479 Düsseldorf Fon: 049-2 11-169 7 169 Mobil: 01577-202 68 44 gleim@unitybox.de http://gnogongo.de http://www.artbookers.com/collections/ar-gee-gleim http://www.facebook.com/richard.gleim https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gleim
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