In der Straßenbahn

Ein älteres Ehepaar.

Sie: „Ich hab’ die Tasche nicht gekauft. Da kann ich Dich doch zum Essen einladen“

(meint: ich habe keine Lust, heute noch zu kochen)

Er: „Dann kaufste die morgen. Ich kenn‘ Dich doch.“

(meint: Och nöö. Hab’ ich keine Lust zu)

Sie: „Morgen ist Sonntag. Da haben die Geschäfte zu.“

Er: „Da ist es bestimmt wieder so voll und die sind dann unfreundlich.“

Sie: „Wir können ja auch zum Griechen gehen. Da brauchen wir nur in die 706 umsteigen. – Das können wir gleich machen. Die nächste Station hält die doch um die Ecke.“

Er: „Yoooh. Kann man.“

(er weiß sehr wohl, dass er, widersetzt er sich, zu Hause angekommen irgendwann Hunger bekommt und dann fragen muss, was es denn zu Essen gibt. Was dann passiert, weiß er zu genau.)

Da hilft nur, selber kochen.

Es scheint, dass sie gewonnen hat. An der nächsten Station sind sie ausgestiegen und Montag haben die Geschäfte wieder auf. Ob das dann eine neue Tasche wird oder abgesegnet durch ein spendiertes Essen etwas Wertvolleres, steht in den Sternen. 

Männer nennen das ‚Erpressung!’.

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