Japantag auf der Straße

Ich war enttäuscht. Die Stadt war voll. Proppevoll. Ja, internationales Publikum. Aber…. die Sache entwickelt sich Richtung ‚dumm gucken’, gekrampft lustig sein, bis zu grölenden Horden. Ganz grauenhaft war es auf dem unteren Rheinwerft. Das ist nun mal fest in der Hand von Ballermännern. Es gibt offensichtlich Megaphone mit eingebautem Soundspeicher. Auf jeden Fall wurden so Dinger hochgehalten und heraus kam das Olé, olé –Gegröle, wie man es aus Fußballstadien kennt.

Die Kostüme waren dieses Mal weniger sorgfältig gearbeitet und hie und da sah man auch Accessoires, die käuflich erworben wurden. Cosplay wird also auch zum Geschäft. Zwerg-Punks schmückten sich mit Riesen-Iros. Ketten und Badges und Besoffskies randalierten auf den Altstadtgassen, wie Mettmanner und Applerbecker es jedes Wochenende machen. Ja, es gab auch Cosplays. Sogra Japaner waren auszumachen. Doch wenn man aus dem Mund von Leutchen um die 20 den Ausruf: „Nichts wie weg hier!“ hört, dann wird klar, was dominierte. 

Über Richard Gleim

Richard Gleim Sternstr. 31 D-40479 Düsseldorf Fon: 049-2 11-169 7 169 Mobil: 01577-202 68 44 gleim@unitybox.de http://gnogongo.de http://www.artbookers.com/collections/ar-gee-gleim http://www.facebook.com/richard.gleim https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gleim
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8 Responses to Japantag auf der Straße

  1. mark793 sagt:

    Mir scheint, manche Düsseldorfer und Anrainer würden es auch mühelos hinbekommen, einen Inuit- oder Abrorigines-Tag zum bierseligen Oleeeoleeeoleeoleee-Fasching zu pervertieren. Fand das schon im vorigen Jahr eine seltsame Mischung, und da mir Rumgeschiebe in Massenaufläufen eh nach kurzer Zeit aufs Gemüt schlägt, habe ich mir den Japantag heuer geschenkt. Abends Feuerwerk gucken, das reicht völlig.

  2. Rainersacht sagt:

    Hey, Mark, welche Düsseldorfer? Aus meinem reichhaltigen Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis hat sich KEINER den Japantag angetan. Im Gegenteil: Massenflucht nach Holland wie am Rosenmontag war angesagt… Oder aber nettes Beisammensein in den peripheren Kneipen, Bier- und Schrebergärten.

    Und immer wenn bierseliger Oleeeoleeeoleeoleee-Fasching (Was ist Fasching? Kann man das essen? Kennen wir im Rheinland nicht ;–))) in der DüsseldorferAltstadt und um zu ausbricht, kannst du sicher sein, dass die Provinzknallis die längeste Theke der Welt wieder man mit Ballermann Nord verwechseln.
    Aber das wird sich ja bald ändern, wo doch jetzt schon die ersten zu penetranten Junggesellenabschiedsbandenmitglieder von einfachen hiesigen Biertrinker ein paar geschmiert gekriegt haben. Schein als würden sich die Düsseldorfer ihre Altstadt zurückerobern…

  3. mark793 sagt:

    Rainer, in Erwartung Deiner Replik habe ich ja bewusst auch von ANRAINERN geschrieben. 😉

  4. Rainersacht sagt:

    Mark, du wirst lachen, das hab ich auch so verstanden ;–))
    Hach, kann man mit dir schön streiten!

  5. mark793 sagt:

    Das Vergnügen ist ganz meinerseits. (Habe es auch nicht vergessen, dass wir das unbedingt auch mal ohne elektronische Hilfsmittel und ganz traditionell kohlenstofflich versuchen sollten. Am besten irgendwo draußen sitzend, wo nicht so viele Junggesellenabschiede vorbeiziehen).

  6. Gute Idee. Wär ich gerne dabei. Ich kann bei gutem Wetter den kleinen Park hinterm Haus anbieten. Büdchen 50 Schritte entfernt. Garantiert Junggesellenabschied frei. Vielleicht ein paar nicht ganz leise Kinder.

  7. Rainersacht sagt:

    Abgemacht! Rest per Mail! Natürlich würde ich ganz egoistisch das Schumacher auf der Oststraße vorschlagen – garantiert krawallarm. Und man kann schön draußen an den Stehtischen rumschwanken (und rauchen, Richard;–)).

  8. mark793 sagt:

    Klingt für mich beides nach einer gangbaren Option. Wobei man im Brauereilokal sicher kürzere Wege zum Flüssigkeitsnachschub hat als im Büdchen-Umkreis. Hoffen wir mal, dass dieser Frühherbst bald in richtigen Sommer übergeht, damit das Draußensitzen oder -Stehen auch Laune macht.

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