Licht

Die Sonne scheint durch einen dunstigen Schleier dort oben am Himmel und heizt und heizt. 31°C zeigt das Thermometer an. Die Temperatur sagt wenig. Es ist die permanent steigende Luftfeuchtigkeit, die so drückend unangenehm ist. Ich brauche kein Hygrometer. Da gibt es keine Frage. Und es spielt auch keine Rolle, ob 80% oder 95% relative Luftfeuchtigkeit herrschen.

Ganz hinten im entfernten Westen, Richtung linker Niederrhein und Venlo, durch einen dunstigen Violettschleier als entfernte Lichtgestalten auszumachen, türmen sich riesige Cumulusgebirge auf, violett-blau-grau mit nachmittagsweißen Rändern, d.h. das Weiß erscheint etwas gebrochen hin zu einer Anmutung von Gelb oder Orange-Gelb. Die Maler des Impressionismus und die Pointilisten hätten ihre wahre Freude an dieser Lichtesflut.

Es ist absolut windstill. Kein Blatt rührt sich. Ein später Wattebausch Weidensamen steigt senkrecht zwischen den Häusern auf. Und doch scheinen  die Cumulusgebirge näher zu rücken. Unmerklich. Werden sie uns erreichen? Versprechen sie ein Gewitter? Noch sehen sie nicht danach aus. Noch fangen sie lediglich das Licht ein und strahlen es millionenfach getropft ab. Licht zum Trinken für die Augen.

Reiße ich mich mal von dem Anblick los und schaue auf das grüne Laub der Pflanzen im Schatten, erscheint dieses an sich dunkle Laub in einem unwirklich leuchtenden Neon-Grün, d.h. meine Rezeptoren für Rot und Infrarot sind nahezu erschöpft. 

Über Richard Gleim

Richard Gleim Sternstr. 31 D-40479 Düsseldorf Fon: 049-2 11-169 7 169 Mobil: 01577-202 68 44 gleim@unitybox.de http://gnogongo.de http://www.artbookers.com/collections/ar-gee-gleim http://www.facebook.com/richard.gleim https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gleim
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2 Responses to Licht

  1. Marc sagt:

    Hier, am nordwestlichen Ende Frankreichs, am Ärmelkanal entsteht das Wetter, das Düsseldorf 1 bis 2 Tage später erreicht. Meistens. Gestern nacht hat es gewittert wie nichts Gutes. Es gab sogar viele kleine Elmsfeuer, sogar auf den kleinen Fahnen, die auf den Bojen stehen, mit denen die Krebsfischer ihre Reusen kennzeichnen. Habe ich in den letzten 13 Jahren nicht gesehen. Da ich mit Panoramablick auf’s Meer schlafe, und bei Gewitter wach bleibe, war’s wohl wirklich ein seltenes Ereignis und heute auch Gespräch im Dorf. Die Wetterphänomene hier in der Gegend machen sensibel und unsicher. Die Fischer schlafen immer mit dem Rücken zum Meer und haben selten
    Meerblick in ihren Häusern…

  2. Für heute sind Unwetter angesagt. Elmsfeuer wird’s wohl nicht geben. Das sei dem Meer vorbehalten. Noch ist es ruhig. Mal sehen, was kommt.
    Danke für den Bericht.

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