Ärgerlich(t)

Ich versteh meine Mitmenschen nicht, wenn es ums künstliche Licht geht. Glühbirnen haben zu Recht einen schlechten Ruf. Doch wenn ich eine 100 Watt Glühbirne entzünde, habe ich ausreichendes Licht in einer annehmbaren Qualität. Eine sog. Sparbirne, welche die Lux einer 100 Watt Glühbirne abstrahlt, habe ich noch nicht gefunden. Die stärksten Sparlampen haben 16 Watt, was 75 Watt einer Glühbirne entsprechen soll. 

Soll. Dem ist aber nicht so. Die Sparbirnen geben ein noch schlechteres Licht als es die Glühbirnen taten. Das Licht der Sparbirnen liegt, was die abgestrahlten Kelvin betrifft, weit unterhalb dem der Glühbirne. Dabei hat das strahlende Plasma einer Sparbirne an sich die Tendenz zu hohen Kelvingraden.

Jetzt komme ich zu meinen Mitmenschen, die ich nicht verstehe. Die wollen nämlich mehrheitlich dieses nicht nur gelbliche sondern fast schon braune Funzellicht, das eher an Kerzen oder Kienspäne unserer Höhlen bewohnenden Vorfahren erinnert als an die Sonne, der wir weißes Licht zusprechen. 

Da die Wellenlänge des Lichts elementar bestimmt, in welcher Auflösung wir eine Sache sehen, ist es evident, dass kurzwelliges Licht uns kleinere Details erkennen lassen als gelbliches oder braunes Funzellicht. Nicht ohne Sinn umgeben sich die Damen des horizontalen Gewerbes mit rotem Licht. Das glättet die Haut, lässt Falten verschwinden und trübt den Blick des Kunden. Er kann kaum etwas sehen, d.h. erkennen. 

Für mich gilt, erst wenn ich sog. Sparleuchten mit einem Licht von mindestens 5.000, besser 6.000 oder 7.000 Kelvin bezahlbar bekommen kann, und so meine Augen nicht malträtieren und verderben muss, wird die Sparlampe für mich das, was sie sein soll, ein großartiger und sparsamer Lichtspender. Sparlampen mit 20 Watt, solche die der 100 Wattbirne entsprechen, sollten standardmäßig angeboten werden. Schließlich ist die Lichtstärke auch ein Kriterium dafür, dass ich ohne Kopfschmerzen zu bekommen, meine Zeitung oder mein Buch lesen kann.

Das sind keine exotischen Forderungen. So aber liebäugele ich weiter mit der guten alten Xenonlampe. Da sieht man was. Da erkennt man was. 

Tatsächlich aber habe ich überall diese Scheißsparlampen eingeschraubt. Alles andere ist zu teuer. Aber ich ärgere mich in jeder Sekunde. Immer wieder, immer wieder, immer wieder. Es ginge mit gleichem Aufwand wesentlich besser.

 

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2 Responses to Ärgerlich(t)

  1. pepperseed sagt:

    Sollte man jetzt vielleicht einen Vorrat an konventionellen 100W
    Glühbirnen anlegen? Für die Wohnqualität ist eine vernünftige Beleuchtung essentiell. Auch für einen $ mehr.

    Wie sieht es bei Leuchtstoffröhren oder LEDs aus?

    gruss

    /h

  2. richie sagt:

    Leuchtröhren als Deckenbeleuchtung ja. In entsprechenden, allerdings teuren, das Licht verteilenden Lichtkästen. Als Lampe habe ich sie noch nicht gefunden. Es gibt Leuchtstoffröhren mit weißem Licht, wenn auch nur im gut sortierten Fachhandel.

    Ich setze meine ganze Hoffnung auf LEDs.

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