Löwenzahn

Ich halte mich mit Blümchenbildern bewusst zurück. Das erledigen schon andere zuhauf. Dies oft in Begleitung sentimentaler, jauchzender und/oder mehr oder weniger dem Kitsch verpflichteter Zeilen. Ausnahmen mache ich bei Wildpflanzen, die und deren Vorkommen zu kennen, nicht unbedingt ein Fehler ist. Ganz vorne steht da bei mir der weit verbreitete Löwenzahn. Ist er doch DIE Stadtblume. Wie der Löwenzahn die Städte erobert hat, sucht seines Gleichen. Und noch etwas ist besonders an ihm. Alle Pflanzen tragen zwar diese Strahlenblüten, wie sie in der Familie der Asteraceae üblich sind, aber keine der Asteraceae bildet derart unterschiedliche Variationen dieser Strahlenblüte aus. Keine Blüte ist mit einer anderen identisch. Auch das Laub ist dermaßen unterschiedlich, dass man meint, verschiedene Subspecies vor sich zu haben und in der Tat gibt es diploide, triploide und sogar tetraloide Exemplare. Einige verzichten sogar auf eine sexuelle Vermehrung und genügen sich selbst.

Hier ein Ausschnitt aus dem wikipedia-Artkel:

Eine Art der anderen Art[Bearbeiten]

Taraxacum Officinale

Wie Untersuchungen verschiedener Populationen zeigen, enthalten sie niemals Pflanzen nur einer, sondern immer mehrerer Ploidiestufen. Bei einer näher untersuchten Population in den Niederlanden wurden beispielsweise 31 % diploide, 68 % triploide und knapp ein Prozent tetraploide Pflanzen gefunden. Zudem wurden große genetische Ähnlichkeiten zwischen diploiden und triploiden Pflanzen sowie viele Übergangsformen und natürliche Hybriden zwischen beschriebenen Arten beobachtet. Ungewöhnlich erscheint auch, dass triploide Pflanzen, obwohl sie keine Bestäuber benötigen, dennoch Nektar produzieren. Dieses spricht eigentlich dafür, dass die triploiden Pflanzen erst vor so kurzer Zeit entstanden, dass die Energie verschwendende Nektarproduktion im Laufe der Evolution noch nicht eingestellt werden konnte.

Die Gesamtheit aller dieser, einzeln gesehen seltsamen Phänomene ist dadurch zu erklären, dass die Pflanzen ihre Ploidiestufen zyklisch wechseln: Diploide Pflanzen haben relativ häufig tetraploide Nachkommen. Mit Pollen tetraploider Pflanzen befruchtete diploide Pflanzen haben häufig triploide Nachkommen. Triploide Pflanzen vermehren sich zwar nicht sexuell, sammeln aber Mutationen an und verbreiten sich stark durch vegetative Vermehrung. Durch Genabbau, direkt über aneuploide Zwischenstufen, entstehen aus ihnen wieder diploide Pflanzen, die die angesammelten Mutationen im Genpool verteilen. Wird also die Gesamtheit aller Löwenzahnpflanzen in Sektion Ruderalia betrachtet, kann sie als eine einzige Art verstanden werden, in der einige Mitglieder – zeitweise – nicht an der sexuellen Fortpflanzung beteiligt sind. Der für den Wechsel der Ploidiestufen verantwortliche „Schalter“, die Häufigkeit und Dauer der Zyklen sowie der Grund für das Nord/Süd-Gefälle in der Häufigkeitsverteilung der Ploidiestufen ist noch nicht bekannt.

Deshalb hier ein Bild einer besonders gelungenen Löwenzahnblüte. Ich meine: Sie kann es mit den schönsten Chryanthemen aufnehmen.

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Über Richard Gleim

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