Mir fehlt ein Gen oder so was

Ich kann mich nicht in diejenigen hineinversetzen, die manchmal sogar gebannt vor dem Fernseher sitzen und sich Stunden lang Menschenquälerei ansehen. Diese Mitmenschen haben die Sprache der Medien übernommen und nennen das, was sie sehen, Sport. Mir scheint, das sind die gleichen Mitmenschen, die sich zwar mit betroffenen Gesichtern aber dann doch kaum zu verbergendem Geifer blutverschmierte Opfer von Autounfällen ansehen und diese dabei mit einschlägigen Interjektionen und clichéetriefenden Kurzsätzen, Sätzen, die das Optische des Grauens bildzeitungsgenährt verbalisierend verdeutlichen oder sogar verstärken.
Ich frage mich, weshalb sie nicht selbst rennen, springen, fliegen, bis ihnen der Atem stockt, das Herz zerreißt, die Knochen schmerzen oder brechen, wenn sie Spaß an solcher Menschenquälerei haben, und dann letztendlich selbst stolz darauf hinweisen können, dass sie es endlich geschafft haben, Sportinvaliden zu sein.
Wie ist es mit den Künsten? Bewunderer noch und nöcher. Doch wer versucht es selber, so gut er’s kann? Liegt es daran, dass er Kunst nur aus der Sicht des Bewunderers erfahren hat, davon ausgeht, dass Kunst zum Bewundern da sei, und sich nicht traut, da er meint, etwas allgemein Bewundernswertes in die Welt stellen zu müssen und das nicht zu schaffen? Niemand kann abschätzen, was da verschüttet wird und bleibt. Sich dermaßen zu üben, wäre mit Sicherheit menschengemäßer als diese von mir nicht nachvollziehbare Lust am Betrachten Menschenquälerei wie oben beschrieben.
Das, was ich hier äußere, hat wohl kaum Allgemeingültigkeit. Wie gesagt, mit fehlt ein Gen oder so was

Über Richard Gleim

Richard Gleim Sternstr. 31 D-40479 Düsseldorf Fon: 049-2 11-169 7 169 Mobil: 01577-202 68 44 gleim@unitybox.de http://gnogongo.de http://www.artbookers.com/collections/ar-gee-gleim http://www.facebook.com/richard.gleim https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gleim
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