Mit Bus und Bahn durch Düsseldorf

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Es geht. Man kommt voran. Doch es gibt Regeln, die man kennen muss und an die man sich halten sollte, um Ärger zu vermeiden.

Es ist verboten, warmes Essen in der Bahn zu verzehren. Entscheidend ist nicht, ob das Essen zu dem Zeitpunkt, an dem man es verzehrt, noch warm ist, sondern ob es bei der Herstellung nach allem Dafürhalten erhitzt wurde und normalerweise auch warm gegessen wird. Darunter fallen also Hamburger, Fritten, Hot Dogs, Döner, Pizza, gegrillte Sardinen, Kottlets am Stiel, geräucherte Makrelen und Fish and Chips. Erlaubt ist das zu Hause zubereitete Butterbrot, das beim Bäcker oder am Kiosk gekaufte belegte Brötchen, auch wenn da bei der Herstellung erwärmte Wurst drauf ist und die Brötchen und das Brot ja auch nicht gerade durch Gefriertrocknen entstanden sind, jede Menge Teilchen und anderes Gebäck, hart gekochte Eier, Obst, Gemüse, Schokolade und alles, was irgendwie schokoladig ist, auch wenn sie krümelt und klebrige Flecken hinterlässt.

Es ist verboten, alkoholische Getränke zu verzehren. Wasser, Limonade, süßer Glibber sind erlaubt.

In vielen Bahnen gibt es gibt es Fahrkartenautomaten. In den meisten Bahnen findet man sie ganz vorne im Wagen an der Stelle, an der Platz für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstuhlfahrer/innen geschaffen wurde, was bedeutet, dass man diese oft erst beiseite schaffen muss, um sich einen Ticket ziehen zu können. Außerdem sollte man eine ordentliche Auswahl Münzen bei sich tragen, denn der Automat ist sehr wählerisch und nimmt längst nicht alle Münzen an. Die neuesten Straßenbahnzüge, die meisten davon werden auf der Linie 715 eingesetzt, haben den Fahrkartenautomaten in der Mitte des Fahrzeugs untergebracht. Wieso diese neuen Wagen dadurch auffallen, dass vom Fahrkartenautomaten gesehen in Fahrtrichtung alle Sitze in Fahrtrichtung angebracht sind, während diejenigen, die vom Fahrkartenautomaten gesehen sich entgegen der Fahrtrichtung befinden auch entgegen der Fahrtrichtung angebracht sind, entzieht sch meiner und andrer Kenntnis. Vielleicht wollte man erreichen, dass der intime Akt des Fahrkartenziehens weitgehend unbeobachtet bleibt.

Ist man neu in der Stadt oder fährt auf einer Linie, die man nicht kennt und möchte so aus dem Fenster gucken, um etwas von der unbekannten Gegend zu sehen, so wird einem das nur in wenigen Bahnen gegönnt. Die meisten sind, es scheint in erster Linie, Werbeträger, was es mit sich bringt, dass auch die großen, an sich lichten Fensterpartien mit Werbung bekleistert sind und man lediglich durch ein Lochmuster nur Schemenhaftes dort draußen erkennen kann. Spaß macht das nicht und werbend ist es auch nur für diejenigen, die nicht Bus und Bahn fahren. Die Nutzer dieses Angebots merken sich die Firmen, die derart unverschämt die Sicht versperren und meiden die beworbenen Artikel, was die Werbung auf den Fensterscheiben von Bus und Bahn zusätzlich zweifelhaft erscheinen lässt.

Busse darf man nur durch die vorderste Tür, diejenige, neben der der Fahrer sitzt, betreten und muss dem Fahrer, der zur Not auch Tickets verkauft, seinen „Fahrausweis“ zeigen. Aussteigen darf man nur durch eine hintere Tür oder bei Gelenkbussen zwei hintere Türen. Den Wunsch, an der nächsten Haltestelle aussteigen zu wollen, muss man per Druck auf einen meist roten Knopf kundtun. Vergisst man dies oder weiß man dies nicht und befindet sich an dieser Haltestelle nicht mindestens eine Person, die durch eine wartende Haltung anzeigt, dass sie einsteigen will, fährt der Bus gnadenlos weiter und man wird erst entlassen, wenn man rechtzeitig vor der nächsten Haltestelle den roten Kopf entdeckt und benutzt hat. 

Viele der neueren Bahnen verfügen über eine Klimaanlage, genauer, Kühlanlage, was im Sommer angesichts der großen Fensterflächen angenehm ist. Ein paar Grad weniger als diejenige Temperatur, die ohne die Anlage herrschte, werden erreicht. Anders ist es bei den Kühlanlagen in den Bussen. Die sind derart effektiv dimensioniert und bleiben auch bei nicht so warmem Wetter eingeschaltet, dass es sich empfiehlt, zusätzlich zu seiner leichten, sommerlichen Bekleidung einen Pullover bereit zu halten. Ob diese Kühlanlagen nur entweder ein- oder ausgeschaltet werden oder auch reguliert werden können, entzieht sich meiner Kenntnis. Sind sie regulierbar, so sollten die Fahrer einem entsprechenden  Kursus unterzogen werden.

Die Busse und Bahnen in Düsseldorf sind vergleichsweise sauber und ordentlich. Die Fahrer der Gefährte repräsentieren die Bevölkerung. Da gibt es nette, freundliche, gelangweilte, grießgrämige, bärbeißige bis anmaßend unfreundliche. Kennt man, kann man mit umgehen. 

Ein entscheidendes Manko bei Bus und Bahn sind die Fahrpläne. Das Angebot ist wesentlich zu dünn. Eine Verdoppelung der Zugfolgen ist mindestens nötig, um Bus und Bahn in Düsseldorf zu einer echten Alternative zum Individualverkehr zu machen. Den Umstieg auf Bus und Bahn in größerem Stil würde allerdings erst eine Verdreifachung des Angebots bewirken können. Völlig unannehmbar ist das frühe Ende des Services, das ausgedünnte Angebot an Samstagen und Sonntagen und das Fehlen eines Nachtdienstes an allen Tagen und nicht nur freitags. 

Soweit der innerstädtische, öffentliche Verkehr. Die U-Bahnen verstehe ich als unter Straßenbahn subsumiert. Die S-Bahnen spielen im innerstädtischen Verkehr eine untergeordnete Rolle. Die Anbindung der Stadt an ihre Umgebung bzw. der Umgebung an die Stadt ist desolat. 

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