nördlich des Polarkreises

Könnt Ihr Euch das vorstellen? 14 Tage lang kaum ein Wort mit jemandem wechseln? Sich in einer Umgebung befinden, die so leise ist, dass man 3 Kilometer weit hören kann, das da jemand kommt, weil das Knacken eines trockenen Aststücks, auf das er getreten ist, Dein Trommelfell in Resonanz versetzt und tatsächlich eine halbe Stunde später den Verursacher sehen und nicht wissen, wie man ihn ansprechen soll, weil man der Sprache nicht mächtig ist und auch nicht weiß, welche Sprache der Andere wohl sprechen mag? Und dann doch irgendetwas verlauten lässt, weil hier in der Wildnis einem Menschen zu begegnen, es erfordert, dass man sich grüßt und deutlich macht, dass man friedlich und freundlich ist? Und dann doch, ohne eine gemeinsame Sprache – englisch geht auch nicht – sich eine viertel Stunde austauscht und mehr erfährt, als es bei uns ein small talk zustande bringt.
Der Wind streicht über die subarktische Flora, dahinten gibt ein Vogel Laut. Dann bisher unbemerkt wechselt dieser riesige Elch den Weg. Du sitzt da noch für Stunden auf dem Felsbrocken. Du hast Zeit. Die Sonne geht nicht unter. Bären soll es hier auch geben und den Vielfraß und Du weißt nicht, was Du machen solltest, wenn Du einem begegnetest. Ruhe, nahezu absolute Ruhe. Du meinst zu hören, wie der schwache Wind durch die Blätter der an den Boden geschmiegten Bärentraube weht, ohne sie zu bewegen. Du bist ganz Neugierde und alles Andere als allein.

Über Richard Gleim

Richard Gleim Sternstr. 31 D-40479 Düsseldorf Fon: 049-2 11-169 7 169 Mobil: 01577-202 68 44 gleim@unitybox.de http://gnogongo.de http://www.artbookers.com/collections/ar-gee-gleim http://www.facebook.com/richard.gleim https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gleim
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