Phantom

Ich sitze auf den Stufen einer Treppe runter zu den Rheinwiesen. Es ist still. Kein Wind erzeugt ein Rascheln der Blätter an den Bäumen rechts und links vor mir. Ich bin auf nichts fixiert und lasse mein Hirn Bilder, Sätze, Worte aufleuchten und weghuschen. Dieser Zustand, wo man nichts fragt, sich selbst kaum wahrnimmt.

Kennt Ihr das. Da erscheint eine Bewegung, ein Schatten oder so etwas außerhalb des Blickfelds. Man schaut hin, aber da ist nichts. Eine Sinnestäuschung. Ich kann mir vorstellen, dass man so was früher, in archaischen Zeiten als Geist interpretierte.

So war es auch hier. Ich schaute hin und – da war was. Erdhäufchen auf Erdhäufchen, Krümel auf Krümel wuchs aus der Erde kurz seitlich meiner bisherigen Blickrichtung. Es wuchs ein Maulwurfshügel, Erdschaufel für Erdschaufel. An meinem Verhalten änderte sich nichts. Ich saß da ruhig und gelassen. Nur die inneren Bilder wurden durch ein konkretes Ereignis ersetzt.

Derartiges passiert eben und sehen kann man es, wenn man an nichts denkt und die Welt die Welt sein lässt. Man vergisst es nie. Der Verursacher, der Maulwurf, blieb im Verborgenen, in seiner Welt.

Über Richard Gleim

Richard Gleim Sternstr. 31 D-40479 Düsseldorf Fon: 049-2 11-169 7 169 Mobil: 01577-202 68 44 gleim@unitybox.de http://gnogongo.de http://www.artbookers.com/collections/ar-gee-gleim http://www.facebook.com/richard.gleim https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gleim
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