Wie der Mops zum Hering wird

Da saß er, der Mops. Stoisch. Die Vorderläufe fest auf den Boden gepfotet. Unbewegt. Das lappig gefaltete Gesicht entspannt und ohne Sabber. Die Glupschaugen schauten scheinbar ins Nichts. Halt ein Mops wie er mopst.

Selbst als ein Junge Rad schlagend vorbeikam, rührte das den Mops in keiner Weise. Auch der zweite Junge, der nah an seiner feuchten Nase vorbei sein Rad schlug, ließ keine Änderung der Mimik des Mopses erkennen. Erst der dritte Radschläger entlockte dem Mops ein verdrießlich wirkendes Nicken des massigen Kopfes. Doch als eine ganze Horde von Radschlägern an ihm vorbei rotierte, kam Leben in den Mops. Er stand auf. Dann machte er Anstalt, den Radschlägern nach zutrotten. Er musste gemerkt haben, dass er so auf seine vier kurzen Beine angewiesen dem Pulk rotierender Menschen nicht folgen konnte, formte seine Körpermasse so weit es ging zu einer Kugel und rollte den rotierenden Jungmenschen hinterher. Und rollte und rollte und rollte.

Wir Rheinländer haben keinen Zugang zum Meer, mögen aber Hering zum Fressen gern. Der Düsseldorfer unter den Rheinländern hat deshalb das Radschlagen erfunden. Der Ursprung dieses Zaubers, um einen solchen handelt es sich nämlich, liegt in grauer Vorzeit, in vorgeschichtlicher Zeit, was aber nicht gar so lange her ist, da die Schrift bei den Düsseldorfern erst sehr spät aufkam. Das sei wie es sei. Festzuhalten ist, dass der Düsseldorfer eines solch mächtigen Zaubers fähig auf dieses Weise extra aus China importierte Möpse in Rollmöpse verwandelt, wobei der Mageninhalt des Mopses sich zu sauren Gürkchen und Silberzwiebeln wandelt. Längs des Weges des rollenden Mopses hat der Düsseldorfer Zahnstocher  in den Boden gepiekst, so dass der Rollmops selber seine jetzt lange und flache Substanz, die nach wie vor die Form einer Rolle einnimmt, mittels dieser Hölzchen, die ihn durchspießen, fixiert.

Zufrieden lehnt der Düsseldorfer sich in seinen Sessel zurück, reibt sich den Saft, der ihm rechts und links den Mund herab läuft,  ab und ersetzt diesen durch einen kräftigen Schluck Altbier. Und da Düsseldorfer nie gestorben sind, leben sie auch weiter. 

Über Richard Gleim

Richard Gleim Sternstr. 31 D-40479 Düsseldorf Fon: 049-2 11-169 7 169 Mobil: 01577-202 68 44 gleim@unitybox.de http://gnogongo.de http://www.artbookers.com/collections/ar-gee-gleim http://www.facebook.com/richard.gleim https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gleim
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